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Allgemein

Muskelfaserriss/Muskelverletzungen

Der Muskelfaserriss ist eine Verletzung, bei der es nach einer stärkeren Belastung zum Zerreißen von Muskelgewebe kommt. Im Gegensatz zur Muskelzerrung, einer Überdehnung von Muskelfasern, bzw. Muskelfaserbündeln, lässt sich eine Strukturveränderung mit Zerstörung von Muskelzellen und eine Einblutung erkennen.

Prinzipiell können Muskelverletzungen in die Muskelzerrung, den Muskelfaserriss und den Muskelriss eingeteilt werden. Der Verletzungsmechanismus ist stets der gleiche, lediglich das Ausmaß der Schädigung macht den Unterschied. Wenn man vom Muskelfaserriss spricht, so sind prinzipiell viele Muskelfasern gerissen, meist ein ganzes sogenanntes Muskelfaserbündel und nicht eine einzelne Muskelfaser. Der Riss einer oder weniger Muskelfasern wirkt sich nicht spürbar auf die Leistungsfähigkeit aus und ist bei jedem normalen Training üblich, wird also nicht als Verletzung per se angesehen.

Beim Muskelfaserriss wird meist von einer stärkeren Anstrengung und einem plötzlich einschießenden Schmerz berichtet, danach bleibt die Funktion oft schmerzhaft eingeschränkt.

Therapie:

Im Akutstadium wird therapeutisch das PECH Schema angewendet: Pause, Eis, Compression und Hochlagern. So soll ein übermäßiges „Einbluten“ in den Muskeldefekt vermieden werden, was die Regenerationsphase deutlich verlängern würde.

Klinisch lässt sich häufig eine Delle im Bereich der Faserverletzung tasten. Die Kompression und spezielle Tapeverbände sollen den defekt möglichst klein halten, da sich sonst eine größere Muskelnarbe ausbildet.

Mit Massagen sollte genau aus diesem Grund mindestens 2 Wochen gewartet werden, bei zu früher Tiefenmassage würde sich das Defektareal und in weiterer Folge die Muskelnarbe nur vergrößern.

Neuerdings werden zur Beschleunigung der Heilung auch Injektionen mit PRP (=platelet rich plasma) eingesetzt. Erste Studien zeigen hier ermutigende Ergebnisse.

Ist ein Großteil des Muskels betroffen, bzw. handelt es sich um einen echten Muskelriss, so können mitunter chirurgische Maßnahmen notwendig werden.

Wichtig ist vor allem ein nicht zu rascher und behutsamer Wiedereinstieg ins Training, eine begleitende Physiotherapie kann hier sehr hilfreich sein.

Wird zu früh zu stark belastet, so kann es rasch zu neuerlichen Verletzungen kommen.

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Arthrose

Unter Arthrose versteht man eine übermäßige, d.h. das altersübliche Maß übersteigende Gelenksabnützung. Grundsätzlich kann man 2 Formen unterscheiden:

  1. primäre Arthrose: bei dieser Form ist die Ursache unbekannt, vermutet wird eine biologische Minderwertigkeit des Knorpelgewebes
  2. sekundäre Arthrose: tritt in Folge von Gelenksentzündungen, mechanischer Fehl- oder Überbelastungen oder metabolischer Erkrankungen auf.

Grundsätzlich können alle Gelenke des menschlichen Körpers von arthrotischen Veränderungen betroffen sein. Zu den häufigsten Lokalisationen im deutschsprachigen Raum zählen:

  • Kniegelenk
  • Hüftgelenk
  • Sprunggelenk
  • Schultergelenk
  • Hand- und Fingergelenke
  • Gelenke an der Wirbelsäule

Die Diagnostik erfolgt in erster Linie durch bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT). Neben einer sorgfältigen klinischen Untersuchung des Patienten ist eine detaillierte Schilderung von Beschwerdecharakter, Verlauf und genauer Lokalisation von besonderer Bedeutung.

Die Behandlung der Arthrose kann einerseits rein symptomatisch im Sinne einer Schmerzlinderung erfolgen. Die gängigsten Verfahren diesbezüglich sind die Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten, sowie die Durchführung physiotherapeutischer Maßnahmen.

Eine Alternative zur rein symptomatischen Therapie stellt die kausale Behandlung der Arthrose dar, bei der man versucht, die schmerzauslösenden Ursachen zu beseitigen und ein Fortschreiten der arthrotischen Gelenksveränderungen zu verhindern. In erster Linie stehen operative Verfahren (Gelenksspiegelung mit Ausspülung des Gelenkes, Knorpelersatzoperationen oder ein künstlicher Gelenksersatz) in Abhängigkeit des Fortschreitens der Arthrose zu Verfügung.

Nicht ausreichend belegte Behandlungskonzepte beinhalten die Einnahme von sog. „knorpelaufbauenden“ Substanzen (Hyaluronsäure, Chondroitin, Interleukin-1-Antagonisten), die jedoch in Einzelfällen durchaus zufriedenstellende Ergebnisse liefern können.

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Osteoporose

Unter Osteoporose versteht eine Veränderung des Knochenstoffwechsels, die zu einem verstärkten Abbau von Knochensubstanz und damit zu einer Abnahme der Knochendichte führt. Grundsätzlich kann man 2 Formen der Osteoporose unterscheiden:

  1. primäre Osteoporose: tritt im höheren Lebensalter überwiegend bei Frauen (nach der Menopause) auf
  2. sekundäre Osteoporose: tritt in Folge einer anderen Erkrankung oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Cortison) auf.

Typische Folgen der Osteoporose-Erkrankung sind Knochenbrüche. Am häufigsten vorkommend findet man

  • Wirbelkörpereinbrüche
  • Speichenbrüche
  • Schenkelhalsbrüche
  • Oberarmkopfbrüche
  • Rippenbrüche

Die Diagnostik einer manifesten Osteoporose oder einer Vorstufe dieser Erkrankung (= Osteopenie) erfolgt durch eine Knochendichtemessung (Densitometrie). Im Rahmen der Knochendichtemessung wird der sog. T-Wert ermittelt, der einen Vergleich des gemessenen Knochendichtewertes mit der Population junger Frauen im Erwachsenenalter ermöglicht.

Die Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose-Erkrankung soll einerseits durch eine Umstellung der Lebensweise (> gesteigerte körperliche Aktivität) und Ernährung (vermehrte Calcium-Aufnahme über Milchprodukte und Gemüse; Vermeidung von Alkohol und Nikotin) erfolgen. Andererseits stehen gut wirksame Medikamente (Biphosphonate, Calcitonin, Raloxifen, etc.) unter Aufsicht eines entsprechenden Spezialisten zur Verfügung.

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