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Schulter

Das Schultergelenk

Das Schultergelenk ist eines der komplexesten Gelenke des menschlichen Körpers und setzt sich anatomisch gesehen aus drei Gelenken (Glenohumeralgelenk, Acromioclaviculargelenk und Scapulothorakalgelenk) zusammen.

Es ist vor allem durch seine große Bewegungsfreiheit charakterisiert, diebestimmte Tätigkeiten der oberen Extremität, wie zum Beispieldas Arbeiten über Kopf erst ermöglicht.

Die Beweglichkeit des Schultergürtels, dervon einer Vielzahl von Muskeln komplex gesteuert wird, ist Voraussetzung für das Erforschen unserer Umwelt mit unseren Händen.Ermöglicht wird die Bewegungsfreiheit des Schultergelenks durch eine verhältnismäßigkleine Gelenkspfanne als Partner für den großen Oberarmkopf kombiniert mit einer nahezu rein muskulären Stabilisierung und schwacher Bandführung des Gelenkes.

Erkauft wird dieser hohe Bewegungsradius jedoch mit einer gewissen Instabilität, die das Schultergelenk zu dem am häufigsten von Luxationen (=Verrenkungen) betroffenen Gelenk des menschlichen Körpers macht.

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Impingementsyndrom (Engpasssyndrom) der Schulter

Das Impingement-Syndrom stellt im eigentlichen Sinne keine einheitliche Diagnose dar, sondern ist ein Überbegriff für ein Einklemmen unterschiedlicher anatomischer Strukturen im Bereich der Schulter. Dies kann unterschiedlichste Ursachen haben.

Das sogenannte „subacromiale Impingement“ ist die vermutlich häufigste Form. Hierbei kommt es zu einem Engpasssyndrom zwischen Schulterdach (=Acromion) und Oberarmkopf. . In diesem an sich schon engen Raum ( Subacromialraum) befinden sich u.a. die Sehnen der sog. Rotatorenmanschette, einer Muskelgruppe, die hauptverantwortlich für einen Großteil der Schulterbewegungen ist.

Den Sehnen aufgelagert ist ein Schleimbeutel (=Bursa), welcher als Verschiebeschicht zwischen Sehnen und Schulterdach dient.  Der vordere Rand des Schulterdaches stellt die engste Stelle in diesem Raum dar. Gewisse angeborene anatomische Formen des Schulterdachs können genau dort eine räumliche Enge weiter begünstigen.

Kommt es nun durch degenerative Prozesse im Bereich der Sehnen oder eingelernten Fehlhaltungen im Bereich des Schultergürtels zu einer zusätzlichen Einengung des Subacromialraumes, so kann dies zu einer entzündliche Reaktion führen. Diese entzündliche Reaktion wiederum geht mit einer weiteren Einengung im Subacromialraum einher und verstärkt das Beschwerdebild.

Häufig kommt es zu einer Entzündung des Schleimbeutels in dieser Region (Bursitis subacromialis).

Durch länger bestehende Engpasssyndrome kann es außerdem zu einer Schädigung der Sehnen der Rotatorenmanschette kommen, was bis zu Rissen (=Rupturen) dieser wichtigen Sehnen führen kann.

Klinisch kommt es typischerweise beim Seitwärtsheben des Arms zu Schmerzen im Bereich der Schulter vor allem zwischen 70° und 120°. Wird der Arm weiter kopfwärts geführt, bessern sich die Schmerzen meist. Dieses recht typische Symptom wird auch „painful arc“(= schmerzhafter Bogen ) genannt. Des Weiteren können auch Schmerzen in Ruhe oder nachts auftreten, was die Nachtruhe doch deutlich beeinträchtigen kann.

Spezielle Tests bei der klinischen Untersuchung können die geäusserten Schmerzen meist provozieren und dienen somit zur Diagnosestellung.

Röntgenbilder liefern oftmals zusätzliche Hinweise über eine anatomische Enge des Subacromialraumes.

Behandlung

Am Anfang der Behandlung steht zumeist die Physiotherapie kombiniert mit einer anti-entzündlichen medikamentösen Therapie.

Durch gezieltes Training welches v.a. auf eine Optimierung der Bewegungsabläufe und die Stärkung spezieller, entlastender Muskelgruppen (Depressoren- u. Skapulafixationstraining) abzielt, um den Raum zwischen Schulterdach und Oberamkopf wieder etwas weiter zu machen, kommt es bei einer Vielzahl der Patienten zu einer oftmals dauerhafter Beschwerdefreiheit. Unterstützt wird das Bewegungstraining durch Medikamente, welche den Entzündungsprozess lindern und schmerzstillend wirken.

Sollte eine deutliche Beschwerdebesserung jedoch auch nach mehrmonatiger intensiver Physiotherapie ausbleiben, kann im Rahmen einer sog. Schulterarthroskopie (Gelenksspiegelung) die genaue Ursache dargestellt und operativ behoben werden.  Bei der arthroskopischen subakromialen Dekompression wird durch Entfernen des meist entzündlich veränderten Schleimbeutels sowie eventuell Abtragen einer Knochenschicht des Schulterecks wieder genügend Platz für Sehnen und Weichteile geschaffen. Diese Verfahren führen in der Regel zu sehr guten klinischen Ergebnissen.

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Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Um eine oft schmerzhafte Schultererkrankung handelt es sich bei der Tendinosis calcarea (sog. Kalkschulter). Hierbei lagern sich Kalkkristalle in den Sehnen der Rotatorenmanschette ab. Diese Ablagerungen können meist im Röntgenbild oder durch eine Ultraschalluntersuchung sichtbar gemacht werden. Die Ursache für die Erkrankung ist noch nicht sicher geklärt, es werden jedoch mechanische, vaskuläre (=durchblutungsbedingte) und biochemische Faktoren als Ursache diskutiert. Die Erkrankung tritt bevorzugt zwischen dem 30. Und 50. Lebensjahr auf und Frauen sind häufiger davon betroffen als Männer. Oftmals verläuft sie schubhaft und kann auch mit einer Schleimbeutelentzündung einhergehen. Akute Phasen der Erkrankung gehen oft mit plötzlich einsetzenden starken Schulterschmerzen einher, häufig klagen die Patienten über Nachtschmerz und die Beweglichkeit der Schulter ist eingeschränkt. Die akuten Phase dauert in etwa 2-3 Wochen und ist meist Zeichen der Auflösung eines Kalkdepots.

Behandlung

Bei akuten Schmerzen sollte die Behandlung Kühlung, Schonung, in Einzelfällen auch  die lokale Injektion zur Schmerzlinderung beinhalten. Die Physiotherapie, mit dem Ziel die Sehnen im Schultergelenk zu entlasten, ist auch hier effektiver Teil der Behandlungsstrategie.  Bleibt die konservative Therapie jedoch ohne Erfolg, so können die Kalkablagerungen eventuell im Rahmen einer sog. Stoßwellen -Therapie zertrümmert werden oder müssen arthroskopisch entfernt werden.

Nichtsdestotrotz kann es jedoch auch bei optimaler Therapie zu einem Neuauftreten von Kalkdepots innerhalb der Sehnen mit einhergehenden Schmerzen kommen.

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Schulterluxation, Schulterverrenkung

Bei einer Schulterverrenkung (lat.: Luxation) kommt es zu einem kompletten Kontaktverlust zwischen Kopf und Pfanne.

 

In 95% aller Verrenkungen ist die Verrenkung nach vorne unten gerichtet. Die möglichen Folgen einer Verrenkung sind Überdehnung der Kapsel und der Bänder, eine Lösung des knorpeligen Pfannenrandes (Labrum) von der Gelenkspfanne (Bankart-Läsion), ein knöcherner Abbruch eines Pfannenteils, ein Knochendefekt an der Rückseite des Oberarmkopfes (Hill-Sachs-Delle), Nerven- und Gefäßschäden sowie Schäden an der Rotatorenmanschette (=Sehnenplatte, die den Oberarmkopf umgibt).

Nach erstmaliger Schulterluxation kann sich die Schulter auch ohne operativen Eingriff mittels konservativer Therapie (ruhigstellende Verbände und Physiotherapie) wieder stabilisieren. Es kann sich aber auch eine Instabilität entwickeln, die dazu führt, dass die Schulter bereits bei geringerer Krafteinwirkung oder sogar ohne Trauma erneut luxieren kann.

Um eine Schulterinstabilität zu diagnostizieren werden normalerweise einige klinische Tests (Anteriorer Translationstest, Relocation Test, Anterior Apprehension Test, Sulcus Zeichen) sowie eine Magnetresonanztomographie mit oder ohne Kontrastmittel (Arthro-MRT) durchgeführt. Wird ein Kontrastmittel verwendet so wird dieses vor der MRT Untersuchung in das Schultergelenk gespritzt. Mögliche Schäden an knorpeligen oder sehnigen Anteilen des Gelenks, insbesondere am korpeligen Pfannenrand können so besser dargestellt werden.

Behandlung

Die Therapie der Instabilität besteht meist in einer arthroskopischen (=schlüssellochchirurgischen) Refixation des knorpeligen Pfannenrandes bzw. in einer Straffung der überdehnten Gelenkskapsel mittels Nahtankern. Größere knöcherne Defekte müssen möglicherweise über einen etwas größeren Hautschnitt offen mittels Schrauben refixiert werden. In besonders schwierigen Fällen kann es notwendig sein, den vordere Pfannenrand durch Knochenanlagerungen wieder aufzubauen. (z.B: Operation nach Latarjet).

Bei wiederholten Verrenkungen oder „beinahe“ Verrenkungen (=Subluxationen), die auf eine gesteigerte Überdehnbarkeit der Kapsel zurück zu führen sind, ist oft von einem operativen Eingriff abzusehen, da es in diesem Fall mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer neuerlichen Luxation kommt.

Hier ist eine intensive Physiotherapie meist die Methode der Wahl.

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SLAP Läsion

SLAP-Läsion bedeutet „superior labrum anterior to posterior“-Läsion. Dies bezeichnet eine Verletzung des knorpelig-sehnigen Ursprungs (Labrum) der langen Bicepssehne. Die Verletzung wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt.

Betroffene PatientInnen sind meist junge SportlerInnen mit Überkopfbelastungen (Basketball, Volleyball, Tennis), aber auch mit starker Beanspruchung der Bicepssehne, wie z.B. Kraftsport. Durch ein plötzliches Trauma bei abgespreiztem und außenrotiertem Arm kann es zu einem Riss im Bereich des Ursprunges der langen Bicepssehne kommen. Auch wiederholte intensive Belastung ohne Trauma kann in diesem Bereich zu einer Verletzung führen. Charakteristisch für diese Verletzung ist ein Schmerz im vorderen Bereich der Schulter, oft bis in den Biceps (=Ellenbogenbeuger) ziehend, manchmal auch ein Instabilitätsgefühl oder ein zeitweise schnappendes Geräusch.

Zur Diagnosestellung werden wiederum einige klinische Tests (O’Brian, Yergason, Palm-up) sowie eine Magnetresonanztomographie meist mit Kontrastmittel (Arthro-MRT) durchgeführt. Dies bedeutet, dass in das Schultergelenk vor der MRT Untersuchung ein Kontrastmittel gespritzt wird, um den Schaden am Bicepssehnenursprung besser darstellen zu können.

Behandlung

Oftmals kann ein konservativer Therapieversuch mittels Physiotherapie zu einer deutlichen Beschwerdebesserung oder sogar Beschwerdefreiheit führen. Kernpunkt der Therapie ist oftmals eine Verbesserung der gezielten Kontrolle der Schulterblattbewegungen.

Sollte eine Operation notwendig sein, so kommen je nach Schweregrad der Verletzung unterschiedliche Operationstechniken zur Anwendung (z.B.: arthroskopische Refixation mittels Nahtankern, Absetzen der langen Bicepssehne, Verlagern der langen Bicepssehne aus dem Gelenk).

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Tendinitis der langen Bizepssehne

Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der langen Bizepssehne. Diese Sehne läuft in einer Knochenrinne im vorderen Bereich des Oberarmes und zieht durch das Schultergelenk hindurch um am oberen Rand der Schultergelenkspfanne anzusetzen.

Die Ursache für eine Entzündung dieser Sehne können weitreichend sein (Schleimbeutelentzündung, Verletzung der Rotatorenmanschette, Impingementsyndrom, Überlastung beim Sport). Typisch ist der vordere Schulterschmerz.

Behandlung

Vorerst wird meist versucht mittels Physiotherapie und antientzündlicher medikamentöser Therapie eine Ausheilung zu erreichen. Sollte dies nicht zum gewünschten Ergebnis führen so kann mit einem arthroskopischen oder minimal invasivem operativen Eingriff oft Beschwerdefreiheit erreicht werden.

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Rotatorenmanschettenruptur, Verletzungen der Rotatorenmanschette

Als Rotatorenmanschette wird jene Musklegruppe bezeichnet, welche sich zwischen dem Schulterblatt (lat.: Scapula) und dem Oberarmkopf (lat.: Caput humeri) erstreckt und wie eine Muskelhaube den Großteil des Oberarmkopfes umschließt.

Eine intakte Rotatorenmanschette gewährleistet durch das funktionelle Zusammenspiel der einzelnen Muskeln die Hebung bzw. das Abspreizen sowie das Ein- und Auswärtsdrehen des Armes. Weiters trägt die Rotatorenmanschette zur Zentrierung des Oberarmkopfes in der Gelenkspfanne (lat.: Glenoid) und somit zur Gelenksstabilität bei.

Eine Schädigung der Rotatorenmanschette bzw ihrer Sehen kann traumatische und nicht-traumatische Ursachen haben. Im Rahmen eines Sturzes auf die Schulter oder den Arm können neben knöchernen Verletzungen auch Schädigungen der Rotatorenmanschette in Form von Teil- oder Totaleinrissen einer oder zweier Sehnen bis hin zu Massenrupturen von mehr als zwei Sehnen entstehen. Massenrupturen entstehen insbesondere bei älteren Patienten mit degenerativer Vorschädigung und werden häufig nach Schulterverrenkungen und Oberarmkopffrakturen diagnostiziert.

Nichttraumatische Schädigungen sind hauptsächlich die Folge chronisch degenerativer Gewebsveränderungen im Rahmen des  Alterungsprozesses, wobei sich die pathologischen Veränderungen in Form von Teil- oder Totaleinrissen äußern können. Nicht alle Risse der Rotatorenmanschette führen jedoch auch zwangsläufig zu einer Bewegungseinschränkung, bzw. Schmerzen im Bereich des Schultergelenks.

Neben dem natürlichen Alterungsprozess begünstigen vor allem Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises oder auch eine Enge zwischen Oberarmkopf und Schulterdach (lat.: Acromion) einen Verschleiß der Sehnenkappe und können so das Entstehen einer Rotatorenmanschettenläsion begünstigen.

Behandlung

Die Therapie der Rotatorenmanschettenläsion ist abhängig vom Grad der Läsion, der Rissform und –lokalisation sowie von Begleitverletzungen. Nicht zuletzt wird auch der allgemeine Gesundheitszustand, sowie die täglichen bzw. sportlichen Anforderungen jedes einzelnen Patienten in die Therapieentscheidung miteinbezogen.

Eine konservative Therapie beinhaltet vor allem eine adäquate Schmerztherapie mit oder ohne Ruhigstellung in Form von Verbänden sowie physikalische Therapiemaßnahmen im Akutstadium und im Weiteren einen intensiven Muskelaufbau und Stabilisationstraining in Form einer Krankengymnastik bzw. Physiotherapie.

Operativ zu versorgende Rotatorenmanschettenrupturen können meist  arthroskopisch (=schlüssellochchirurgisch) versorgt werden. Die Arthroskopie (Knopfloch,- bzw. Schlüssellochoperation) als minimal invasives Verfahren ist die bevorzugte Operationstechnik. Je nach Rissform wird die betroffene Sehne geglättet, genäht bzw. an ihrem Ansatzpunkt am Oberarmknochen mir Hilfe von sogenannten Nahtankern fixiert.

Viele Teileinrisse der Rotatorenmanschette lassen sich konservativ behandeln und ein operatives Vorgehen muss entweder gar nicht oder im Falle von anhaltenden Beschwerden erst sekundär in Erwägung gezogen werden.

Anders dagegen sind Totalrupturen zu behandeln. Wird die Ruptur frühzeitig entdeckt und ist es durch den Funktionsausfall noch nicht zu einer deutlichen Retraktion (=Zurückziehen) der Sehne oder einer Atrophie (=Gewebeschwund) im Bereich der zugehörigen Muskeln gekommen so ist meist eine Naht die Therapie der Wahl. Hier spielt also mitunter der Zeitpunkt der Diagnosestellung eine entscheidende Rolle. Ist eine Naht aufgrund der Retraktion bzw. Atrophie nicht mehr zielführend, so besteht in speziellen Situationen die Möglichkeit von Muskeltranspositionen (= „Umleiten von Muskeln“) um eine Schmerzreduktion und eventuell eine bessere Funktion zu erzielen.

In speziellen Fällen kann eine besondere Form der Schulterprothese (Inverse Prothese) wieder Schmerzfreiheit und eine zufriedenstellende Beweglichkeit wieder herstellen.

Einer operativen Versorgung der Rotatorenmanschette ist eine Nachbehandlung mit intensiver Krankengymnastik anzuschließen, welche oftmals bis zu einem halben Jahr in Anspruch nimmt.

Die Dauer der Nachbehandlung nach einer operativen Rekonstruktion einer Rotatorenmanschettenläsion ist in erster Linie abhängig von der durchgeführten Operationsart. Im Falle einer Sehnenglättung ist nach nur kurzer Ruhigstellung meist bis zur Wundheilung, frühzeitig eine Krankengymnastik möglich. Die Genesung ist im Weiteren vom Therapiefortschritt abhängig.

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AC-Gelenksverletzungen

Das Acromioclaviculargelenk (AC-Gelenk) oder auch Schultereckgelenk genannt stellt die gelenkige Verbindung zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt her und ist bei fast allen Bewegungen des Armes mitbeteilig.

Wie jedes Gelenk besteht auch das AC-Gelenk aus knorpeligen Flächen. Zusätzlich besitzt es aber auch eine in den Gelenkspalt eingelagerte Knorpelscheibe (= Discus),  die eine ähnliche Stoßdämpferfunktion wie ein Meniskus im Kniegelenk oder eine Bandscheibe im Bereich der Wirbelsäule besitzt. Einige feste Bänder stabilisieren die Verbindung zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt.

Die häufigsten Verletzungen im Bereich des AC-Gelenkes sind Zerrungen (=Distorsio) oder Verrenkungen (=Schultereckgelenksprengung, = Luxation). Diese entstehen meist durch Einwirkung hoher Kräfte in Form von direkten Stürzen auf die betroffenen Schulter. Hierbei können die Bandverbindungen zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt gedehnt werden oder gar reissen. Je nach Schweregrad des Traumas sind unterschiedliche Bänder, bzw. die Gelenkskapsel oder der Discus betroffen.

Diagnosestellung

Oftmals sind Röntgenaufnahmen zum Ausschluss etwaiger Brüche (=Frakturen) und zur Beurteilung des AC-Gelenkes ausreichend. Das Ausmaß der Verletzung kann zusätzlich mittels Spezialaufnahmen unter Belastung(=Aufnahmen mit Gewichten) abgeschätzt werden. Je nach Ausmaß der Verschiebung der beiden Gelenkspartner (Schlüsselbein und Schulterblatt) zueinander unter Belastung, kann auf eine Verletzungen der unterschiedlichen Bänder zurückgeschlossen werden.

Zusätzlich steht auch einen Ultraschalluntersuchung für spezielle Fragestellungen zur Verfügung

Sollte es notwendig sein z.B.: den Discus darzustellen, kann weiters eine  Magnetresonanztomographie des AC-Gelenkes veranlasst werden.

Behandlung:

Bei Dehnung bzw. Ruptur einzelner Bandkomponenten ist im Normalfall die konservative Therapie zu bevorzugen. Sie besteht in der Regel aus einer Ruhigstellung mittels Dreieckstuch oder einem speziellen Schulterverband, welcher 2-3 Wochen getragen werden sollte. Anschließend wird mit physikalischer Therapie in Form von Bewegungsübungen begonnen.

Bei höhergradiger oder kompletter Zerstörung der Bandverbindungen wird meist die operative Versorgung empfohlen. Dazu stehen unterschiedliche Operationstechniken zur Verfügung.

Ziel all dieser Methoden ist es, die anatomische Gelenksstellung wiederherzustellen. Dies kann mit Hilfe von Schrauben, Drähten oder unterschiedlichen Kunststoffbändern erreicht werden. Heute können einige dieser Methoden bereits arthroskopisch durchgeführt werden.

Bei erfolgloser konservativer Therapie, kann mitunter ein geschädigter Discus mitverantwortlich für eine anhaltende Schmerzsymptomatik sein. In diesen Fällen führt oftmals eine schlüssellochchirurgische Entfernung des Discusgewebes mit oder ohne zusätzlicher Entfernung des äußeren Endes des Schlüsselbeins zu einer deutlichen Beschwerdebesserung oder oftmals auch Beschwerdefreiheit.

Zur Nachbehandlung wird meist bis zur  Nahtentfernung ein ruhigstellender Schulterverband verordnet. Nach Abnahme des Verbandes erfolgt eine physikalische Therapie mit schrittweiser Steigerung des erlaubten Bewegungsausmaßes je nach verwendeter Operationsmethode und individueller Schmerzgrenze.

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AC-Gelenksarthrose

Die Arthrose des AC-Gelenks zählt zu den chronisch degenerativen Erkrankungen. Gelenksabnutzungen finden sich nicht nur an Hüft-, Knie-oder Schultergelenk sondern auch am AC-Gelenk. Es gehört zu den am häufigsten von Arthrose betroffenen Gelenken und erste degenerative Veränderungen zeigen sich bereits ab dem dritten Lebensjahrzehnt. Bei über 50 jährigen findet man bereits zu nahezu100% arthrotische Veränderungen unterschiedlichen Ausmaßes. Der Discus ist in diesen Fällen fast immer stark degenerativ verändert oder bereits komplett aufgebraucht. Ein Ausdruck solch degenerativer Veränderungen sind knöcherne Zacken am Unterrand des Gelenkes, welche gelegentlich unter dem Gelenk verlaufende Sehnen beschädigen können.

Die Patienten haben oft einen deutlichen Druckschmerz im Bereich des AC-Gelenks sowie Schmerzen bei Überkopfaktivität.

Behandlung

In erster Linie wird eine physikalische Therapie mit Bewegungsübungen sowie diversen Wärme-, Strom, und Ultraschallbehandlungen angestrebt. Weiters sind lokale Infiltrationen mit Kortikostereoiden möglich, welche jedoch meist nur temporäre Besserung bringen.

In letzter Konsequenz ist die operative Sanierung meist in  Form von schlüssellochchirurgischen Eingriffen notwendig. Hierbei wird oftmals der äußerste Teil des Schlüsselbeines entfernt.

Meist genügt nach solch einem operativen Eingriff eine kurzzeitige Ruhigstellung mittels Dreieckstuch zur Schmerzreduktion. Nach 1-2 Wochen kann mit der Physikalischen Therapie begonnen werden.

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Oberarmkopfbrüche, Schulterbrüche

Humeruskopffrakturen sind mit ca. 5% aller Frakturen häufige Verletzungen. Diese Bruchform ist eher typisch bei Menschen im fortgeschrittenen Alter. Frauen sind  etwa doppelt so häufig betroffen wie Männern (ca. 2:1). Aber auch junge, sportlich aktive Menschen können einen Bruch des Oberarmkopfes erleiden.

Diese Brüche entstehen meistens durch einen Sturz direkt auf die betroffene Schulter oder auf den ausgestreckten Arm. Eine begleitende Osteoporose (Knochenentkalkung) kann das Entstehen eines solchen Bruchs begünstigen. Von den verschiedenen Strukturen des Oberarmkopfes (großer Höcker = Tuberculum majus, kleiner Höcker = Tuberculum minus,  Oberarmschaft = Corpus humeri und der Kopfkalotte = Caput humeri) können eine oder mehrere dieser Strukturen bei einem Bruch des proximalen Humerus (oberer Anteil des Oberarmknochens) betroffen sein. Auch Brüche knapp unterhalb des Oberarmkopfes, die sog. „subkapitalen Humerusfrakturen“, zählt man zur Gruppe der Oberarmkopfbrüche.

Behandlung

Die Mehrzahl der Oberarmkopfbrüche lässt sich konservativ, d.h. ohne Operation, mit Hilfe von ruhigstellenden Verbänden behandeln. Die konservative Therapie erfolgt zum Beispiel durch Anlage eines Gilchrist-Verbandes für ca. 2-3 Wochen. Während dieser Ruhigstellungsphase erfolgen regelmässige Röntgenkontrollen. Nach Abnahme des Verbandes muss die Schulterbeweglichkeit durch zunehmende  Bewegungsübungen wieder erarbeitet werden.

Eine effektive Frühmobilisation ist wichtig um eine Versteifungstendenz der Schulter zu vermeiden.

In manchen Fällen ist jedoch eine Operation notwendig. Auch Veränderungen der Frakturstellung im Verlauf einer ursprünglichen konservativen Therapie können einen operativen Eingriff notwendig machen. Indikationen (=Richtlinien) für eine operative Versorgung sind zum Beispiel grob verschobene Brüche, Brüche in Verbindung mit einer Schulterverrenkung und solche, die die Gelenkfläche miteinbeziehen. Zur operativen Versorgung stehen je nach Frakturbefund unterschiedliche chirurgische Möglichkeiten zur Verfügung. Ziel der Operation ist es, eine möglichst ursprüngliche (anatomische) Rekonstruktion des Oberarmkopfes wieder herzustellen, um dadurch eine gute Funktion des Gelenkes erhalten zu können

Hierzu werden an unserer Klinik verschiedenste hochentwickelte Materialien und Techniken verwendet. Eine Fraktur kann mittels Drähten, Schrauben, Platten sowie mittels in den Markraum eingebrachter Titannägeln stabilisiert werden.

Die Entscheidung welches Verfahren im jeweiligen Fall zur Anwendung kommt, wird je nach vorliegendem Frakturtyp und nach Rücksprache mit dem Patienten, sowie nach Evaluierung von Risikofaktoren und den individuellen Ansprüchen des Patienten getroffen. Auf diesem Weg soll sichergestellt werden, dass jeder Patient auch die für Ihn passende und optimale Versorgung erhält.

Wenn eine Rekonstruktion des Oberarmkopfes unmöglich oder nicht erfolgversprechend erscheint, weil zum Beispiel die Durchblutung des Oberarmkopfes aufgrund der ausgedehnten Zerstörung in grobem Maße beeinträchtigt ist besteht die Möglichkeit den zerstörten Teil des Oberarmkopfes durch eine sogenannte Frakturprothese zu ersetzen. In speziellen Fällen kann auch der Einsatz einer „inversen Schulterprothese“ notwendig sein. Dieses spezielle Prothesenmodell ermöglicht auch bei gleichzeitigen Sehnenschäden eine ansprechende Schulterbeweglichkeit nach operativer Versorgung.

Auch mit solch einem künstlichen Gelenkersatz können heutzutage sehr gute Ergebnisse bezüglich Beweglichkeit und der Zufriedenheit der Patienten erreicht werden.

Das klinische Ergebnis der nichtoperativen als auch der operativen Behandlung von Oberarmkopfbrüchen ist im Wesentlichen von der erlittenen Bruchform abhängig. Generell gilt: „Je komplizierter der Bruch, desto unbefriedigender ist meist das Ergebnis nach Ausheilung“.

Wenn einzelne Bruchstücke des Oberarmkopfbruches verschoben verheilen kann dies mitunter zu einer eingeschränkten Schulterbeweglichkeit, zu einem Engpasssyndrom unter dem Schulterdach und mittel- bis langfristig auch zu einem frühzeitigen Verschleiß des Schultergelenkes (posttraumatische Omarthrose) führen. Weitere operative Eingriffe können so mitunter notwendig werden.

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Schulterarthrose, Omarthrose

Der Begriff Arthrose  bezeichnet im Allgemeinen einen „Gelenkverschleiß“, der das altersübliche Maß übersteigt.

Als Auslöser gelten neben einem Übermaß an Belastung vor allem angebohrene und traumatische Ursachen.

Das Hauptsymptom der Omarthrose ist der Bewegungs- und Ruheschmerz.

In weiterer Folge kommt es zu einer immer stärker werdenden Einschränkung der Gelenksbeweglichkeit und das Gelenk beginnt einzusteifen.

Oft verspüren die Patienten ein Reibephänomen bei Bewegungen und gelegentlich sind sogar Reibegeräusche zu hören.

Eine Röntgenuntersuchung zeigt meist das Ausmaß der Erkrankung und ist wegweisend für den weiteren Behandlungsplan.

Behandlung

Vorerst sollte mittels Physikalischer Therapie bzw. Physiotherapie und eventuell mittels Infilatrationen versucht werden die Beschwerden zu lindern.

Führt dies jedoch nicht zum gewünschten Effekt, so sollte über eine Operation nachgedacht werden.

Die Methoden reichen hier von einer Arthroskopie am Beginn des möglichen operativen Spektrums bis hin zum totalen Gelenksersatz mittels Schulterprothese.

Hier gilt, dass Prothese nicht gleich Prothese ist. Je nach Ausmaß der Schädigung kommen Oberflächenersatzprothesen bis hin zu inversen Prothesen (Deltaprothese), die auch bei massiver Sehnenschädigung noch ein gutes Bewegungsausmaß erzielen können, zum Einsatz.

Die operativen Techniken und vor allem die Prothesenmodelle haben im Bereich der Schulterprothetik in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, sodass heute nach Versorgung mit einer dieser neuen Prothesen mit einem guten Ergebnis in Bezug auf Schmerzfreiheit und Beweglichkeit gerechnet werden kann.

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